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Meine Floating Erfahrung und das unglaubliche Gefühl von „Einssein“

„Machen Sie das Licht aus. Die Musik auch. Ich verspreche Ihnen: Sie werden sich vorkommen, als wären Sie das Nichts.“

Etwas mehr essen. Plus fünfzehn Jahre und er wäre der perfekte Mr. Miyagi.

Ich bin etwas aufgeregt. Schon lange trage ich den Wunsch in mir, diese Erfahrung zu machen. An einem ganz normalen Mittwoch ist es soweit. Er geht und schließt die Tür hinter sich. Ich lege den Kymono zur Seite. Dusche mich. Der Salzwasser-Spiegel in dem Becken ist nun über das kleine Licht angestiegen. Mr. Miyagi meinte, es wäre dann soweit.

Ich steige in das Becken, das schienbeinhoch mit Salzwasser gefüllt ist. Die Temperatur ist an meinen Körper angepasst. Ich lege mich auf den Rücken und lasse mich treiben.

„Bei manchen wiegen die Gedanken schwer und ihr Kopf taucht ein. Dann schlucken sie Wasser. Versuchen Sie Ihre Alltagsgedanken loszulassen“.

Mein Kopf bleibt oben. Ich fühle mich leicht. Ich schwebe auf dem Salzwasser zu den drei Knöpfen. Mit dem einen schalte ich das Lichtspiel aus. Mit dem anderen das Plätschern des Bachs.

Ich schließe die Augen und lasse mich treiben. Nach und nach vertraue ich dem Wasser um mir. Ich lasse meine Muskeln locker. Fühle, wie ich getragen werde. Wie früher bei Mama.

Dabei bin ich überrascht, wie angespannt ich bin. Wie jeder Muskel versucht, mich zu halten und zu stützen. Ich wandere mit meiner Aufmerksamkeit durch meinen Körper und spreche mit jeder Muskelfaser, dass sie loslassen kann.

Nach und nach versteht mein Körper. Er braucht nicht mehr zu arbeiten. Nicht festzuhalten. Zum ersten Mal in meinem Leben habe ich das Gefühl wirklich loszulassen.

Ich öffne die Augen und erschrecke mich kurz. Alles ist schwarz. Zudem sind meine Ohren unter Wasser. Ich bin blind und taub und schwebe. In diesem Moment weiß ich, wie sich ein Säugling fühlt.

Gedanken sprechen aus dem Off: „Alles wird gut. Mach dir keine Sorgen. Du wirst getragen. Du musst dich nicht anstrengen. Du bist vollkommen“.

Was mir Floating gelehrt hat

Wenn wir mit dem «Ich» sehen, träumen wir. Wenn wir nach dem «Ich» suchen, erwachen wir – Mooji

Es ist verrückt: Gott möchte sich als Mensch erfahren und der Mensch als Gott. Ob psychedelische Drogen, das ständige Drehen im Kreis, Stundenlanges meditieren, Yoga, die Eroberung des Weltalls oder wie bei mir durch Floating.

Ohne scheu und ohne jeglichen Zweifel an der Funktionsfähigkeit meines Verstandes und der Wahrhaftigkeit meiner Worte kann ich dir versichern, dass ich mich als Gott erfahren habe.

Wir leben in einer Zeit, in der dies noch angezweifelt wird, dass wir eins sind. Ein Theaterspiel, in dem wir Schauspieler, Zuschauer, Regisseure und selbst die Requisiten sind.

Doch es wachen immer mehr Menschen auf. Sie blicken hinter ihren Gedanken. Erfahren Stille, die grenzenlos ist. Verstehen, dass sie mehr sind, als sie denken. Sagen nicht mehr „ich bin dies oder das“.

Sprechen nicht mehr von ihren Eigenschaften und Fähigkeiten. Wie auch? Wie soll Gesamtheit – jeder einzelne Stern und jeder kleine Tautropfen – in ein Wort gefasst werden. Es bleibt nur „Ich bin“. Danach folgt Stille.

Will ich damit sagen, dass du und ich verbunden sind? Nein. Denn es gibt kein du und ich. Keine zwei Punkte, die voneinander getrennt sind. Es gibt nur den einen Punkt. Das eine große Ich. Wie zwei Wellen auf dem Meer, die nicht den Ozean unter sich sehen. Die unglaubliche Tiefe. Das sind wir. Obwohl „wir“ natürlich ein irreführendes Wort ist.

Spaziergängern gehört die Zukunft

Ich bin – also krümme ich den Raum – Raik Dalgas

Mit absoluter Sicherheit weiß ich, dass sich Bewusstsein immer mehr selbst erkennen wird. Spätere Generationen werden nicht mehr in der Lage sein, Kriege zu führen. Tiere zu essen oder die gegnerische Fußballmannschaft zu verfluchen.

Es werden mehr Spaziergänger geboren. Die den Wald erkunden. Über die Rinder von Bäumen streichen und sie wie Freunde begrüßen. Sie werden immer wieder überrascht sein, wie vielfältig sie selbst sind. In welchen Farben und Formen sie vorkommen. Und obwohl jeder Mensch 99,99 % der gleichen DNA hat, doch so unterschiedlich sein kann.burning man kids

Diesen Weg müssen wir vorbereiten. Wir können damit anfangen, indem wir uns für Erfahrung Anderer öffnen. Indem wir anderen zuhören, erfahren wir mehr über uns. In Wirklichkeit hören wir uns selbst zu.

Dazu müssen wir den Willen aufbringen wirklich verstehen zu wollen. Durch die Fassade unserer Vorurteile und Meinungen zu blicken und sich selbst im Anderen erkennen. Unsere Hände durch die Gitterstäbe des Verstandes langen und uns berühren.

Und ganz wichtig: Sich selbst nicht mehr klein machen. Aufhören zu kritisieren. Aufhören zu erzwingen. Aufhören sich selbst zu verletzen. Nur noch akzeptieren und auf dem Fluss des Lebens schweben.

Leichter gesagt als getan. Doch ich habe ich wirklich erlebt, was ich schon wusste: Wir sind Meister, die üben. Wir sind erleuchtet, ohne es zu wissen und trauen uns deswegen nur manchmal unser Licht scheinen zu lassen.

Es ist nicht mein Licht, dass mich aus der Tiefe meines Selbst führt. Es ist das grelle, blickende Licht der Anlage. Die Stunde ist vorbei. Ich dusche das Salzwasser ab und blicke in den Spiegel. Dabei betrachte ich meinen nackten Körper. All das, in so einem kleinen Gefäß. Ich bin fasziniert.

Nach stundenlager Entspannung, verlasse ich das Schwebebad. Ich mustere mein Fahrrad, als hätte ich es zum ersten Mal berührt. Ich bin erstaunt über diese Welt. Diese perfekte Illusion? Ich fahre durch das Tor und sehe über diesem einen Satz stehen, der mich wie ein Schatten mein Leben lang verfolgt.

Erkenne dich selbst.

PS. Du möchtest wissen, wie ich persönlich das Gesetz der Anziehung anwende (und meine Traumpartnerin kennenlernte und wir in unsere Traum-Dachgeschoss-wohnung in München einzogen)? Trage dich in der Post für Freigeister ein. Hier teile ich nahbar und humorvoll, Techniken und Ideen, die dich deinen Zielen näher bringen.

Meine Floating Erfahrung und das unglaubliche Gefühl von „Einssein“
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2018-05-24T09:47:04+00:00

19 Comments

  1. Matze 12. Juni 2016 um 12:10 Uhr - Antworten

    Hallo Fabian, es ist schön, was du schreibst :) Ich habe etwas ganz profanes: „über die RindeR streichen“ steht an einer Stelle dieses Textes – Im Grunde genommen ist es egal, aber ich bin sicher dass du „Rinde“ meinst :) Alles Gute!

  2. Anonymous 24. April 2016 um 17:29 Uhr - Antworten

    Hallo Fabian. .

    Ja……so ist es und Dankeschön für diesen Impuls… mal wieder…ich fühle mich soooo ruhig….wundervoll

  3. Dora 23. April 2016 um 15:49 Uhr - Antworten

    Lieber Fabian,
    ich wollte dir etwas mitteilen, doch das hat Clara schon getan. Vielleicht noch als Ergänzung zum besseren Verständnis. Bleib dem gegenüber, was du geschrieben hast , treu (authentisch). Sonst geht es dir wie dem jungen Mann beim Apotheker, der mit augenzwinkern eine Schachtel Lutschpastillen bestellt und eine Packung Kondome bekommt.
    Wunderbare Erfahrungen und viel Freude
    Ich finde Floating auch wunderbar.
    Dora

  4. Anette gäde-merz 22. April 2016 um 18:18 Uhr - Antworten

    Wie alles von dir…..sehr schön und inspirierend. ….

  5. Clara 21. April 2016 um 11:24 Uhr - Antworten

    Hallo Fabian,

    ich bin mir nicht so sicher, ob wirklich so viele Leute aufwachen, oder ob ich mich nur in bestimmten Kreisen bewege, bzw. mich mit Gleichgesinnten umgebe.
    Ich hab es jedenfalls aufgegeben, andere von irgendetwas überzeugen zu wollen. Das funktioniert einfach nicht. Wenn jemand bereit ist, wird er selbst Wege finden, oder die entsprechenden Menschen, Ereignisse, Bücher etc. treten in sein Leben.

    Dein Text ist sehr ansprechend und kommt bei vielen Menschen an.
    Hör mal auf, dich und das Geschriebene immer so klein zu machen: „Du müsstest wissen, dass ich einen Knall habe!“ oder: „In meinen Newslettern gibt es deepen Shit!“ Das hast du gar nicht nötig!
    Huch, da haben wir es wieder… Ich habe aufgehört. andere überzeugen zu wollen…Hahaha.
    Also: Mach dich mal weiter klein, scheinbar brauchst du das noch! :-)

    LG Clara

    • Fabian Freigeist 6. Mai 2016 um 12:55 Uhr - Antworten

      Danke Clara. Habe ich eingestellt. Schreiben ist eine fragile Sache. Danke für deine Bestärkung. Ja, diese Artikel finden jene, die dafür offen sind. Im Grunde sind es Erinnerungen an jene Sachen, die du schon weißt :)

  6. ben 20. April 2016 um 21:41 Uhr - Antworten

    Great…hab heut nach jahren …mal wieder den track kuenstliche welten von wolfsheim gehoert und erstmals das krasse gefuehl gehabt das es um gott geht…

  7. Ingrid 23. März 2016 um 9:51 Uhr - Antworten

    Hallo Fabian,
    danke, deine Zeilen haben mich sehr berührt. Auch ich weiß, dass alles mit allem verbunden ist, nur … die meisten Menschen scheinen es vergessen zu haben, wie würde sich sonst das Elend und Leid erklären, das wir tagtäglich sehen. Und ich fürchte, es wird in nächster Zeit noch viel schlimmer werden. Wann wird die Menschheit begreifen, das alles mit allem verbunden ist? Sei herzlich umarmt – Ingrid

    • Fabian Freigeist 23. März 2016 um 10:40 Uhr - Antworten

      Hallo Ingrid, es herrscht noch viel Unbewusstheit auf dieser Welt (ohne damit sagen zu wollen, dass ich viel besser wäre). Doch ich blicke positiv in die Zukunft. Es ist unsere Aufgabe optimistisch zu sein, den Fokus auf das Gute zu lenken und anderen damit ein Vorbild sein zu können.

      Es freut mich, dass dich dieser Artikel berührt. Mich ebenso :)

  8. Johanna 24. Februar 2016 um 12:27 Uhr - Antworten

    Hallo Fabi,

    dein Text stößt bei mir auf große Resonanz.

    „Wir können damit anfangen, indem wir uns für Erfahrung Anderer öffnen. Indem wir anderen zuhören, erfahren wir mehr über uns. In Wirklichkeit hören wir uns selbst zu.“

    –> Diese Erkenntnis hatte ich auch vor einer Weile. Mein Verstand begreift sie noch nicht so ganz und überprüft sie deshalb immer wieder aufs Neue, wenn ich in Erfahrungsaustausch mit anderen gehe. Und dann stelle ich oft fest, dass das, was ich anderen sage oder – wenn gewollt – sogar rate, tatsächlich die Dinge sind, die ich mir selbst in dem Augenblick sagen und raten möchte.
    Was die Sicht, dass ich der andere bin und der andere ich ist, ja bestätigt.

    Sich selbst nur noch akzeptieren. Das ist ein weiter Weg für die meisten und vielleicht der schwierigste überhaupt – aber auch der, der sich am meisten lohnt.

    Alles Liebe
    Johanna

    • Fabian Freigeist 25. Februar 2016 um 6:28 Uhr - Antworten

      Vielen Dank liebe Johanna :) Im Grunde ein großes Theaterstück. Obwohl ich glaube, dass es immer ein „wissenden“, „bewussten“ Teil in uns gibt, den wir ruhig Gott nennen können. :)

  9. andrea 11. Januar 2016 um 19:38 Uhr - Antworten

    Mein Floating beim Lesen

    Lieber Fabian,
    ich lese deine Worte und sie bewegen mich, mein Inneres. Tränen fließen aus mir heraus. Tränen der Trauer und Freude zugleich.

    Es sind nur aneinander gereihte Buchstaben und doch spüre ich die Fülle die ihnen innewohnt und den Menschen, der sie aneinander gereiht hat und mein Herz berührt.

    Unser Herz ist mehr als ein Organ, das uns durch seine Funktionsweise am Leben hält.
    Es ist das Innerste was zu mir spricht und zugleich nach außen kommuniziert und wirkt.
    Du hast diesen so wundervollen Teil im meinen Innersten berührt und aufleuchten lassen.

    Ich schließe meine Augen und bewege die Worte in meinem Herzen. Und es umgibt mich ein helles Licht. Es ist wie das Eintreten in eine andere Sphäre.
    Ein Leuchten in mir, um mich herum. Danach fühle ich einen tiefen Frieden in mir.
    Ich fühle mich mit dir auf eine wunderbare Weise verbunden.

    Hab herzlichen Dank
    andrea

    • Fabian Freigeist 12. Januar 2016 um 14:53 Uhr - Antworten

      Liebe Andrea, vielen Dank für deine schönen Worte! Sie kommen wirklich genau zur richtigen Zeit. Monate nach dem ich den Text geschrieben hat, kann ich immer noch nicht glauben, in welchem Zustand ich mich befand. Aufregend! Freut mich sehr, dass du mit meinen Zeilen resonieren konntest. Danke dir, dass du es nicht hinterm Berg gehalten hast ;)

  10. Paul Wecker 22. Oktober 2015 um 5:28 Uhr - Antworten

    Hey Fabi
    Interessanter Text! Wo hast du das Floating gemacht? Schön zu lesen dass du ein bisschen mehr Einsicht in das was der Buddhismus Anatta nennt, bekommen hast. Es gibt wohl nichts befreienderes :)
    „Denn es gibt kein du und ich.“

    Ich bin immer begeistert zu lesen, welche settings und Techniken den Schalter umlegen können!
    Liebe Grüße!
    Paul

    • Fabian Freigeist 25. Oktober 2015 um 9:39 Uhr - Antworten

      Hey Paul, danke dir :) Das habe ich hier gemacht http://www.tranxx.de/ Ja, ich stimme dir zu. War zugleich eine krasse Erfahrung, aber irgendwie auch vertrau bzw. „normal“ Verrückt :)

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