surfen welle glueck

Du Kannst Die Wellen Nicht Anhalten Aber Du Kannst Lernen Auf Ihnen Zu Reiten

Das Problem beim Traum vom Surfen: Im Grunde schluckst du nur Wasser. Das eigentliche auf dem Brett stehen und von den Wellen getragen werden dauert nur kurz an (wenn man es überhaupt schafft zu stehen).

Davor heißt es Yard um Yard weg vom Ufer zu kommen. Ziel ist jene Linie, in denen die Wellen sich langsam aufbauen, um dann auf diesen Reiten zu können.

Nicht so schwer, stimmts? Pass auf.

Die Welle ist das Ziel

Die Menschen sind nicht faul. Sie haben bloß keine Ziele, die es sich zu verfolgen lohnt.
Anthony Robbins.

Die Wellen Balis brauchen ziemlich viel Platz. Wasser, dass sich drei Meter auftürmt, über dich einbricht, dich herumreist und deine Nasenscheidewand durchspült, sodass du eine Stunde danach noch aus der Nase tropfst.

Wellen, angetrieben vom pazifischen Ozean, die härter teckeln als die Pittsburg Steelers Defense von 1976.

Doch du musst dorthin, wo die Wellen noch nicht brechen. Also paddelst du. Und paddelst und versuchst unter der Welle hinunterzutauchen.

Du tauchst, wirst wieder fünf Meter nach hinten geschoben, wischt dir schnell das Wasser aus dem Gesicht, paddelst nach vorne. Nächste Welle kommt. Wieder ein Duck dive.

Wieder etwas verloren. Paddeln. Schulter schmerzen. Sonne brennt. Du spuckst Meerwasser aus. Endlich bist du da, wo du vermutest, richtig zu sein.

Du setzt dich hin. Das Meer ruht sich aus, bevor es die nächsten Wellen auf dich loslässt. Und was für welche. Du gerätst in Panik, justierst das Surfbord Richtung Ufer und paddelst wieder.

Diesmal weg von der Welle. Ein Blick über die Schulter. Du betest, dass sie nicht genau über dir bricht, denn das würde eine Runde in der Waschmaschine bedeuten.

Du paddelst und paddelst. Deine Zehen verkrampfen schon, weil du seit einer Stunde außer Meerwasser nichts getrunken hast. Der Augenblick kommt an dem sich alles entscheidet.

UND… die Welle gleitet unter dir hindurch.

Verdammt, schon wieder nicht erwischt. Es ist ein Tanz. Eine Sache des Rhythmus. Oft liege ich völlig erschöpft auf dem Bord und verfluche wie ein alter Matrose das Meer.

Eine Hassliebe, weil ich weiß, dass es auch funktionieren kann. Links und Rechts sehe ich wie Surfer genau jene Welle, die ich verpasst haben nehmen und auf ihr meterweit reiten.

Wie geht das? Nach einer Stunde lass ich mich ans Ufer treiben. Gebe mein Surfbord ab und höre von einer Frau, dass es unglaublich viel Spaß gemacht hat. Sie schaut strahlend zu mir.

„Right?“

„Yeahhh…“ sage ich und tropfe aus der Nase.

Sie meint sie wäre über 50x mal auf dem Bord gestanden. Aber sie wüsste es nicht genau, weil sie ab 25 aufgehört hat zu zählen.

Ich schaue sie fragend an. Fünfzig? Diese kleine, schmächtige Frau neben mir? Sie kann demnach unmöglich schneller oder ausdauernder paddeln als ich.

Dies war der Moment an dem ich mir schwor am nächsten Tag auch 25x auf diesem verdammten Bord zu stehen.

Die Kraft von Zielen

Sobald der Geist auf ein Ziel gerichtet ist, kommt ihm vieles entgegen.
Johann Wolfgang von Goethe

Heute war dieser Tag. Ich schnappte mir das Bord und ging raus. Der Ozean empfingen mich gebührend und ich schlug Purzelbäume und schluckte Wasser.

Doch diesmal war ich sehr konzentriert. Verfiel nicht in die „Das kann doch nicht wahr sein“ Einstellung. Schaute nicht so oft nach links und rechts und beneidete die anderen Surfer.

Ich war auf die Zahl 25 konzentriert. Also schwang ich mich aufs Brett und paddelte. Immer und immer wieder. Ich nahm eine kleinere Welle. Nummer Eins.

Nicht lange ausruhen. Weiter machen. Nummer zwei folgte. Das gefiel dem Ozean nicht. Aus dem normalen Drei-Takt, nach denen das Meer eine Pause macht und man etwas länger Zeit hat, um wieder vorwärts zu paddeln, wurde ein 5-Takt-Trommelschlag.

Jedoch hatte ich dieses Ziel im Kopf. Vielleicht ist 25x übertrieben. Vielleicht surfte diese Frau schon seit Jahren. Doch das Ziel war nun mal gesetzt. Ich versuchte mich an den großen Wellen, brach unter ihnen zusammen, schöpfte Erfolge und Motivation bei kleineren Wellen.

Nach einiger Zeit hatte ich die zehn überschritten. Ich war wie besessen und im Flow. Keine störenden Gedanken kamen auf. Sie wichen dem Ziel in meinem Kopf.

Und wie oft ich fiel. Die vielen süßen Schwedinnen von der Tauschule sind meine Augenzeugen. Doch auch mein falscher Stolz konnte mich nicht abhalten, wieder auf dieses Brett zu steigen. Wieder zu paddeln. Wieder zu tauchen. Wieder ein paar Meter zu verlieren.

Nach einer Zeit konnte ich nicht mehr. Ich legte mich auf das Brett und ließ mich zum Ufer tragen. Ob ich die 25x geschafft habe?

Ich weiß es nicht. Bei ungefähr Nummer 13 ist mir das Bord auf den Kopf gefallen und ich kann mich dann nur noch daran erinnern, dass ich am Strand liege, Menschen um mich herum stehen, ein paar Fotos von mir machen und ein Balinese mir eine Mund-zu-Mund Beatmung gibt – aber das ist eine andere Geschichte.

Ich lernte, dass ich durch mein Ziel motivierter war, schneller akzeptierte, mehr erreichte und es mir sogar mehr Spaß machte!

Ich reagierte nicht mehr, wie die vielen Surfstunden zuvor. Ich kreierte.

Das gleiche, wenn ich an meinem Buch schreibe. Diese tausend Wörter am Tag. Wenn ich sie in meine Tabelle eintrage, dann freue ich mich jedes Mal, wenn ich das Feld grün färben kann. Oder mein Ziel beim Bankdrücken die 100 kg zu stemmen…

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7 Fragen an deine Ziele:

  • Sprechen sie eine Emotion an? Bist du überhaupt motiviert sie zu erreichen?
  • Kannst du ihren Erfolg kontrollieren oder bleiben sie wischi waschi?
  • Hast du sie aufgeschrieben und siehst sie jeden Tag vor dir?
  • Sind es wirklich deine Ziele?
  • Bist du alleine verantwortlich dafür, dass sie erreicht werden? Setze dir nur Ziele, die in deiner Kontrolle liegen!
  • Hast du Zweifel an den Erfolg? Warum?
  • Was hast du heute getan, um dein Ziel zu erreichen?

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Mach aus dein Leben ein Spiel

„Wenn es Ihnen gelingt, den Weg so wichtig zu nehmen wie das Ziel, dann wird Sie die gesamte Reise erfüllen, nicht nur das Ankommen“ – Unbekannt

Kinder machen aus allem ein Spiel („ich bin schneller als du“, „ich kann mir zwanzig Pommes in die Nase stecken, wetten?“).

Überlege dir Herausforderungen, die man messen kann. Habe Spaß daran und konzentriere dich darauf. Dadurch haben Gedanken der Langeweile und Selbstsabotage keine Chance.

Wie kannst du aus der Tätigkeit in deinem Job ein Spiel machen? Wie könntest du aus dem Ziel abzunehmen ein Spiel machen?

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