Gestern war ich auf dem Wandaa Festival in München. Mhm, wie viele wunderschöne Mädchen dort durchs Leben tanzten! So galant, so charmant, so unnahbar. Mit der linken Hand fahren sie durch ihre Mähne und mit der Rechten recken sie die Drinks in die Luft.

 

Warum hebt man überhaupt die Hände zum Tanzen? Und warum machen dies selbst Blinde, wenn sie durch die Ziellinie laufen? Ich glaube, wenn wir uns wohl fühlen, machen wir uns größer. Wir atmen tiefer und befreiter. „Ja, das ist meine Luft und ich habe Anspruch darauf!“

Viele atmen gerade mal so viel, dass sie nicht umkippen… Aber gut, kommen wir zurück zu den schönen Dingen des Lebens: Musik. Welche Magie, die die Frauen um mich herum in Trance versetzt. Manche sind so ergriffen von der Musik, dass es scheint, als würden sie sich in ihre Arbeit als Priesterinnen in den Tempel Delphis zurück versetzt fühlen.

Dies fasziniert mich und ich könnte ihnen dabei stundenlang zuschauen. Schade, dass ihnen in unserer Zeit  keine Bühne mehr bereitet wird. Sie müssen sogar noch aufpassen, nicht zu aufreizend zu wirken – wer weiß, welche Besoffenen sie ansonsten anlocken…

Nach acht Stunden Tanzen ging ich alleine nach Hause es überkam mich Schwere. Wie unbefriedigend, an einem Sonntagmorgen alleine aufzuwachen. Aber von ONS halte ich nichts.  Nachts, wenn beide müde und betrunken sind, aus einer Leere heraus schnellen Sex haben: „Seht wie attraktiv ich bin. Ich hatte Sex.“

Ach ja?

Hast du dich mit deinem Partner so verschmolzen, dass aus zwei Liebenden Seelenzwillinge wurden?

Hattest du einen Orgasmus, bei dessen Beschreibung du nicht umhin kommst, das Wort „Universum“ zu benutzen? Hast du deinem Partner in einem unendlichen Augenblick alles von dir preisgegeben?

Nein? Dann bekommst du nicht meinen Respekt, Cowboy.

Aber gut, jedem das Seine und alle Formen der Liebe sind erlaubt. Wer bin ich, dass ich urteilen könnte? Ich bin es doch, der mit Reue aufgewacht ist, weil er an dem Abend zuvor nicht das süße braunhaarige Mädchen angesprochen hat, die zwei Mal beim Tanzen näher gekommen ist

(kannst du bitte das nächstes Mal deinen Berliner-Hipster-Sportbeutel Daheim lassen? Das klobige Ding kann man genauso schwer überwinden, wie die chinesische Mauer.)

Aber keine Entschuldigungen. Ein einfaches „Hi“ hätte schon gereicht. Oft sind es diese kleinen Gesten, die ein Feuer anzünden. 

Nur dein Lächeln hat mir gefehlt. Irgendwie wollte ich nicht mit einer reden, die vor lauter Nervosität versucht, ihren „Wert“ zu erhöhen und glaubt Lachen und Herumalbern würden diesen mindern.

Man kennt es ja von sich zu genüge, dass man eine andere Person auf ein Podest stellt und dann versucht, besonders cool zu wirken.

Niemand hat Lust auf dieses Podest. Es zieht dort oben.

Langsam öffne ich meine Augen und wäre so viel glücklicher, wenn mein Arm wegen dir taub wäre. So bin ich verdammt, weiter nach dir zu suchen. „Nach einem Partner suchen“. Was für ein ekliger Satz. Fühlt sich nicht richtig an. Ist es nicht so, dass es Milliarden Parallelwelten gibt, in denen ich mit dir aufwache?

Daher suche ich keinen Partner,  ich suche diese Lebenssituation. Und ich suche sie auch nicht, weil es sie schon gibt – schlussendlich wurde alles mit dem Big Bang erschaffen und er hat nicht plötzlich aufgehört und dann bin ich entstanden.

Es geht somit nicht um‘s Suchen, sondern darum, zu kreieren. Nur, wie kann ich genau jene Erfahrung machen, nach der sich mein Herz an diesem sonnigen Sonntag sehnt?

Naja, wie bei allem eben: Zu wissen, welche Gefühle man erfahren möchte und diese schon auslebt. 

Aber was wünsche ich mir wirklich von meiner Partnerin?

Die Antwort überrascht mich. 

Ich brauche keine Komplimente, kein Abenteuer, kein Gefühl, dass ich genug bin…

Ich wünsche mir das Gefühl von Stillstand. Wenn ich meinen Kopf auf ihre Brust ablege und Gaia die Luft anhält. Wenn nichts mehr erreicht werden muss. Wenn alles bereits erschaffen ist. Wenn keine Schlachten mehr zu kämpfen, keine Äcker zu pflügen, keine Ozeane zu besegeln sind.

Dieser eine kurze Moment, in dem genau alles richtig ist.

Mir wird klar, dass du mir das nicht geben kannst. Diesen Moment der Perfektion, muss ich selber wahrnehmen. 

Mir war und ist meine Verbindung zum Umfassenden, zur Wahrheit, zur inneren Quelle, zur Natur, zu meinem höchsten Selbst – wie du es auch nennen magst – das Wichtigste.

Ich beschütze es, wie ein Pirat seinen Rum beschützt.

Dabei erlebe ich das, was ich mir wünsche, so oft. Nur erkenne ich dies nicht. Wie dieser Moment in der Hängematte, neben dem Zirkuszelt voller tanzender Freigeister. In diesem Augenblick musste nichts erreicht werden.

wannda

 

 

 

 

 

 

 

 

Wer weiß, vielleicht hätte ich mit dieser Einstellung dich gestern schon getroffen und mein Arm wäre immer noch zu taub, um diese Wörter zu tippen…

Alles (ist) Liebe,

PS. Nachtrag 29. März 2018. Ich bin verliebt in das Mädchen, bei der ich genau diese Stille spüre. Wir sind glücklich zusammen. Sie war die ganze Zeit schon da … Falls du mehr Liebe erfahren möchtest:

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Photo ©https://www.wannda.de/

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