Ich wandere nachts umher,
um mich herum ein Nebelmeer.

Vergangene Worte, Taten und Gedanken
wiegen schwer und lassen mich erkranken.

Ich verliere mich im Nebelmeer
und kreiere davon immer mehr.

Wo ist der Ausgang, wo ist der Sinn?
Weiß nicht mehr weiter, weiß nicht wohin.

Es bedarf eines Sterns voll Kraft und Freude,
eines Schlüssels für alle Tore.

Dafür muss ich nach oben schauen
und den Nebel um mich herum vergessen und vertrauen.

Denn nicht nur ich strebe nach dem Licht,
auch das Licht… will mich…

Der Nebel wird auch wieder steigen,
und manchmal verliere ich mich in ihm.

Aber auch das Licht wird immer bleiben.
Denn es strahlt nun auch in mir.

– Fabian Freigeist

Wer wollte ich vor fünf Jahren sein? Mir fällt es schwer, meine Vergangenheit zu konstruieren.

Ich vergesse vieles und nur dank meiner Freunde fallen mir wieder Geschichten ein. „Weißt du noch…?“ „Ah, ja, stimmt…“ Aber ich weiß, dass ich schon von klein auf von Büchern begeistert war. Ein Buchladen schenkt mir ein Gefühl von Heimat – egal ob dieser in Berlin, Heidelberg oder München steht.

Damals wünschte ich mir, in diesen Läden mein Buch zu sehen. Fünf Jahre später bin ich kurz davor, dies zu realisieren. Es sind noch ein paar Schritte zu gehen, aber es ist greifbar.

Diese Vision ist mein Leitstern. Obwohl ich – wie jeder andere – durch das Nebelmeer wate, konnte ich nach oben schauen und mich orientieren.

Wie du weißt, hebt der Blick nach oben deine Stimmung. Dann wird der Nebel nicht mehr drückend; auch wenn mein Umfeld mir sagte, dass ich nicht das Zeug zum Autor hätte, oder zu jung wäre, um zu inspirieren.

Heute lächle ich darüber. Wie viele schöne Zeilen habe ich für mein Buch erhalten! Ich bin glücklich, dem Stern weiter zu folgen. Denn der Nebel ist nur ein Produkt meiner vergangenen Gedanken.

Aber woher weiß ich, dass ich den richtigen Stern folge? Es hängen Millionen Visionen über uns. Welche ist die Richtige?

Es gibt keine Richtige.

Welchem Stern du folgst, ist deine Wahl. Es ist eine schicksalshafte Wahl, aber keine, die über dein Glück bestimmt. Denn Glück ist von all dem unberührt. Von Nebel, Dunkelheit und selbst Sternenstaub.

Bevor es zu abstrakt wird, möchte ich dir den Grund für diesen Artikel zeigen. In unserer Facebook Gruppe bat ich meine Freigeister, sich vorzustellen. Aber nicht, wer sie sind, sondern wer sie sein möchten.

Ihre Antworten haben mich überrascht…

Ihnen fiel es schwer, überhaupt eine Antwort zu formulieren. Konnten sie sich überwinden, einen 200-Wörter-Text zu tippen, waren ihre Aussagen vage. Sie zeichneten kein Bild, das als Leitstern dienen könnte.

Ich kann diese Unklarheit nachvollziehen. Viele meiner Leser haben diese Frage noch nie gestellt bekommen!

Viele sind Kinder der Nachkriegsgeneration. Die Frage, wer sie mal sein möchten, war purer Luxus. Vielmehr steckten ihre Eltern sie in „sichere“ Jobs. Jene, die ihnen Freude und Kreativität raubten.

Dieser Artikel möchte dir dabei helfen, die schönste Version deines Selbst zu kreieren. Einen Leitstern zu finden und deine innere Stimme wieder zu hören.

Wer bin ich?

„Wer bin ich in fünf Jahren? Ich weiß doch nicht mal, wer ich heute bin!“ Ist es nicht wichtig, zuerst diese Frage zu beantworten? Alles andere ist doch oberflächlich. Ob ich nun in fünf Jahren ein Haus am See besitze oder nicht. Das ist doch nicht wichtig. Es sind doch nur egoistische Wünsche…“

Dies war meine frühere Ansicht. Heute glaube ich, dass die Frage nach meinen Träumen die Frage nach meinem Sein beantwortet.

Nochmal:

Heute glaube ich, dass die Frage nach meinen Träumen die Frage beantwortet, wer ich bin.

Erkenne dich selbst, raten die alten Tempelwände Delphis. Viele denken dabei an ihre Persönlichkeitseigenschaften. Intro- oder extrovertiert, männlich oder weiblich, ehrgeizig oder faul. Dabei sind diese Eigenschaften nur Begriffe für unterschiedliche Energieformen.

Es gibt keine extrovertierten oder schüchternen Menschen. Wir kategorisieren nur Energien. Manchmal schwingen wir in höchsten Sphären und das Leben ist unser Liebhaber, und manchmal fühlen wir uns abgeschnitten. Wir haben Wörter für diese unterschiedlichen Schwingungsgrade gefunden, um uns zu verständigen.

Aber diese Kategorien sind für viele Menschen Gefängnisse geworden. Sie halten an ihren Kategorien fest und bestätigen sie in ihrem Leben immer wieder aufs Neue.

„Ich bin faul.“ „Ich kann dies nicht.“ „Es ist zu spät. Ohne Studium geht nichts.“

Jene Energien finden gleichschwingende Energien und – ohne es zu wissen – webst du ein Netz, das du bald mit bloßem Auge sehen kannst. Wir sezieren damit unser grenzenloses Sein und verscharren es in Schubladen.

Ich glaube, dass du reines Potential bist.

Unendlich form- und wandelbar. Jederzeit wählend, wer oder was du in diesem Moment sein möchtest. Dabei geht es nicht darum, dieser Unendlichkeit einen Namen zu geben, sondern vielmehr darum, diese Kraft auszurichten.

Dies ist für mich der Sinn des Lebens: Nicht herauszufinden, wer ich bin, sondern mich immer wieder neu zu erfinden. Einhergehend ist es meine heilige Pflicht, meine Bedürfnisse wertzuschätzen und sie in der Welt zu manifestieren.

Die Realisierung meiner Wünsche beantwortet die Frage: „Wer bin ich?“:

Ein Mitwirkender der Natur, ein Mitglied Walhallas, ein Kompagnon des Universums.

Jene Sichtweise teilen die Wenigsten. Sie konsumieren, anstatt zu kreieren. Flüchten in virtuelle Räume und fühlen sich isolierter denn je. Ihre innere Stimme raubt ihnen nachts den Schlaf. Die einzigen Stunden, in denen sie noch Gehör findet…

Viele fühlen sich von ihrem inneren Kern abgeschnitten. Von einem Urvertrauen, das wie das heilige Om immer tönt, aber von den Wenigsten vernommen wird.

Eine klare Vision im Herzen ändert dies. Es ist wie eine Bestellung im Lebensrestaurant®. Erkennen wir die Mechanismen der Welt, erkennen wir uns selbst.

Daher: Wach auf! Es ist Zeit zu träumen.

Die drei großen Probleme der Visionsbildung

Nach Migge gibt es drei Probleme, die Coaching-Klienten haben, wenn sie ihre Visionen formulieren sollen:

  • Die Unfähigkeit, Ziele wahrzunehmen oder zu entwickeln
  • Eine innere Scheu vor Veränderungen und Verantwortung
  • Den Verlust des eigenen inneren Weges – die Ziele von anderen werden zu den eigenen

Gehen wir einen Punkt nach dem anderen durch und bringen Licht ins Dunkle.

1) Die Unfähigkeit, Ziele wahrzunehmen oder zu entwickeln

Zu träumen ist eine Fähigkeit. Insbesondere in der heutigen Zeit, in der wir ein System geschaffen haben, dass uns Zeit zum Träumen raubt.

Wir hetzen im Großstadtdschungel, anstatt in Wäldern zu schlendern.

Wir sind umgeben von „Nein-Sagern“ und Realisten. Wegen jenen unterdrücken wir unsere Bedürfnisse und Wünsche. Wir stempeln sie als Lappalien ab. Unwichtig, naiv und kindisch.

Aber bist du nicht wegen genau diesen Wünschen hier? Damit sich das Leben durch dich ausdrücken kann und Erfahrungen macht, dass es begehrt?

Verschließen wir uns vor unseren Träumen, verschließen wir uns vor Wundern. Wir verpassen die Möglichkeit, uns als Mitgestalter zu verstehen. Als essentiellen Part von Schöpfung.

Ich kenne einige Menschen, die sich jeden Tag die Frage stellen, was sie wirklich möchten. Ihre Erfolge und ihr Strahlen sind beachtlich. Für sie steht diese Frage an erster Stelle und sie nehmen sich bewusst Zeit, um sie zu beantworten.

Auch ich nehme mir viel Zeit dafür. Ich erinnere mich noch an eine Nacht in Berlin, als ich vollkommen unzufrieden war.

Ich zündete eine Kerze an, nahm Stift und Papier und stellte mir die harten Fragen:

Was würde ich machen, wenn mir alles egal wäre? Wenn ich frei von gesellschaftlichen Zwängen, finanziellen Verpflichtungen und meinem Streben nach Anerkennung wäre?

Ich kam zu dem Entschluss, mein eigenes Buch zu schreiben. Trotz meiner Ängste und dem Argument meines kritischen Verstandes „Mit einem Buch kannst du doch kein Geld verdienen“.

Auf meinem Flug von Marokko nach Madrid schwankte die Maschine. Die Stewardessen schnallten sich hastig an. Der Pilot sprach beruhigende Worte. Es war ganz still im Flugzeug. Alle hielten die Luft an. Ich faltete die Hände und bedankte mich für ein erfülltes Leben. Ich habe genau das gemacht, was ich liebe. Mein Buch als meine Hinterlassenschaft.

Wie viele wären bei einem Absturz mit Reue gestorben?

Ich glaube, bei den meisten scheitert es nicht an der Methodik, ihren Leitstern zu finden. Es scheitert daran, weil sie ihre Bedürfnisse und Wünsche nicht an die erste Stelle setzen.

Sie arbeiten lieber für die Träume anderer. Laufen geduckt durch die Welt und wiederholen „Ich kann mich nicht entscheiden“.

Anstatt sich mal ein komplettes Wochenende zu nehmen. Raus in die Berge zu fahren und den Horizont zu befragen. Wer macht dies schon?

Uns hält eine Mischung aus Angst, Unverständnis über die Wirkungsweisen des Lebens und energetischer Faulheit zurück.

Aber auch ein System, das unsere Zeit für Papier raubt und unser Potential unten hält. Es kostet uns doppelte Anstrengung unsere Wünsche von all dem Morast zu befreien.

Das kluge Kind:
„Kannst du einen Stern anrühren?“
fragt man es.
„Ja“, sagt es,
neigt sich und
berührt die Erde.

– Hugo von Hofmannsthal

2) Eine innere Scheu vor Veränderungen und Verantwortung

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Die größte Angst der Menschen ist die vor der Veränderung, sagte Dostojewski. Zeitgleich sehnen wir uns nach Abwechslung. Paradox. Als würden zwei Menschen in uns wohnen. Der Homo Duplex. Das aufgedrehte Kind und der Mathematiker.

Beide im Einklang sind unschlagbar. Aber bei vielen überwiegt die zögerliche, rationale, vernunftbasierte linke Gehirnhälfte. Sie wird all die Jahre in Schule und Ausbildung trainiert. Das Kind rebelliert, wird aber mit Bandagen aus Sorgen geknebelt.

Erliegen wir unseren Ängsten, verharren wir im Stillstand. Wir merken dies, wenn die Zeit beginnt, zu rasen. Jahre werden zu Augenblicken und wir fragen uns, wo die Zeit geblieben ist.

Ich merke dies, wenn ich von Reisen zurückkehre. Ich habe das Gefühl, für Jahrzehnte weg gewesen zu sein. Alles ist neu und aufregend. Daheim ändert sich nichts und Freunde und Familie sagen: „So lange warst du ja auch nicht weg“.

Routine hat seine schönen Seiten, aber wir dürsten gleichzeitig nach Veränderung.

Wie entkommen wir dieser Spannung? Vielleicht mit der endgültigen Löschung unserer Ängste. Wenn wir jene Gedanken entlarven, die uns heimsuchen. Wenn wir unsere Scham hinterfragen. Unser Ego begraben und all denen den Rücken kehren, die uns nicht Gutes wünschen.

Dabei muss kein epischer Ansturm auf den Schicksalsberg herauskommen. Es kann sich darin kanalisieren, dass man beginnt, wieder zu zeichnen. Das hat man früher auch gerne gemacht. Oder mehr tanzen geht. Mal am Wochenende Freunde in anderen Städten und Ländern besucht.

Es reicht schon, mal ein komplett anderes Buch zu lesen. Jeden Tag einem fremden Menschen ein Kompliment zu schenken. Mit seinen Kids und Freunden eine Dankbarkeitsrunde einzuführen.

Achte immer auf die Zeit. Bleibst du stehen, beginnt sie zu rasen.

3) Der Verlust des eigenen inneren Weges – die Ziele von anderen werden zu den eigenen

Das letzte Hindernis auf dem Weg zur eigenen Vision ist, dass wir selten unseren eigenen Weg gehen.

Meine Generation Y sind wie Philosophen. Zum ersten Mal ist eine Generation reich genug, um sich wirklich Gedanken zu machen, was sie möchten. Wir kennen keinen Hunger. Wir reisen im Winter nach Thailand. Wir bezahlen viel Geld für das neue Iphone, obwohl es nur eine andere Farbe hat als der Vorgänger.

In der gleichen Situation befindet sich die Nachkriegsgeneration in ihren Vierzigern. Plötzlich zieht ein Sturm auf. Scheidung hier, Krankheit dort, ein Jobverlust… Irgendwas, das sie zwingt, neue Wege einzuschlagen.

Ich war überrascht, dass viele ältere Leser meinen Artikeln und Geschichten folgen. Aber im Grunde sind sich unsere Generationen doch ganz nah. Schaffen wir es, uns aus unserer eigenen Unmündigkeit zu befreien? Kant forderte dies schon vor 230 Jahren…

In meinem Coaching frage ich meine Klienten: Ist dein Ziel wirklich dein Ziel? Ich erkenne dies nicht anhand der mündlichen Antwort, sondern durch sein oder ihr Strahlen. Ein Traum, der dir gehört, erfüllt dich in einem Maße, dass sich dein Körper aufrichtet. Deine Zunge wird schneller, und deine Augen strahlen.

Wenn wir beide kaum mehr aus dem Lachen herauskommen, wissen wir, dass wir es gefunden haben.

Fremde Ziele sind kühl und brauchen Argumente. Dein Gegenüber erkennt keine Freude in deinem Gesicht. Auch du fühlst dich nicht lebendig. Dein wahrer Wunsch, in dem sich das Verlangen des Lebens selbst widerspiegelt, bedarf keiner Argumente.

Du hast eine Vision? Achte darauf, ob du anfängst zu lächeln, wenn du daran denkst.

Wie formuliere ich eine Vision?

Anstatt dir einen öden Leitfaden zu präsentieren, möchte ich meine persönliche Vision teilen. Den Stil kannst du anschließend für dich übernehmen.

„Ich bin dankbar für meine lichtdurchflutete Wohnung in München. Ich blicke über die Dächer der Altbauwohnungen und sehe die Türme der Frauenkirche. An manchen Tagen kann ich die Bergreihen sehen. Wenn ich auf meinem Balkon stehe und genüsslich meinen Kaffee trinke, schenkt mir dieser Anblick einen Hauch von Demut. Die Stadt wacht gerade auf und ich bin dankbar, ein Teil von ihr zu sein. München hat mich immer schon fasziniert und ich folge ein bisschen mehr den Fußstapfen meiner Mum, die hier aufgewachsen ist. Kein Wunder, dass sie mich so oft besuchen kommt. Sie vermisst ihre Heimatstadt auch ein wenig. Dabei lieben wir es, durch die Einkaufsmeilen zu schlendern und im Englischen Garten zu entspannen. Meine Eltern sind beide gesund und fahren mit ihrem Wohnmobil durch Deutschland. Sie wirken ausgeruht, entspannt und begleitet von einem Gefühl der Fülle. Die Beziehung zu meinem Bruder ist so fest wie noch nie. Ich kann ihn in vielen Lebensbereichen unterstützen und ich freue mich über sein persönliches Wachstum. Mit Respekt gegenüber dem freien Willen jedes Menschen könnte ich mir vorstellen, irgendwann mal mit ihm zusammenzuarbeiten. Sein sympathischer Umgang mit Fremden ist beachtlich.

In meiner Wohnung steht ein Ruderergometer, direkt vor der Glaswand. Ich rudere gerne am Mittag als Ausgleich für meinen geistig anspruchsvollen Job. Zudem kicke ich einmal in der Woche in einer Hobby-Fußballmanschaft mit humorvollen und herzlichen Menschen. Daneben trainiere ich in einem Crossfitstudio mit anderen Athleten. Was für interessante Menschen aus so vielen unterschiedlichen Bereichen! Ich bin dankbar, dass wir eine Gemeinschaft gebildet haben und gemeinsam schwitzen, lachen und körperlich stärker werden.

Ich konnte über die letzten fünf Jahre meine Schreibfähigkeit weiter ausbauen. Trotz meines jungen Alters zähle ich zu den bekanntesten Autoren Deutschlands. Dies geht mit vielen Herausforderungen einher, aber ich bin dankbar, einfach das zu machen, was ich liebe. Ich konnte über die letzten fünf Jahre hunderttausende Menschen inspirieren und begeistern. Wie viele es genau sind, weiß ich nicht. Ich habe gelernt, jeden einzelnen Leser zu feiern und auch zu akzeptieren, dass es viele gibt, die mit meiner Mission wenig anfangen können. Das ist in Ordnung. Generell fühle ich mich reich beschenkt und ich bin dankbar, dies weitergeben zu können.

Mein Team ist über die Jahre gewachsen. Ich habe das Glück, mit wachen, herzlichen Menschen zusammen zu arbeiten. Wir arbeiten in einem hellen Büro. Viel freigeistiger, als so manche andere Unternehmen. Zusammen organisieren wir Konferenzen, Kurse, Workshops und Vorträge. Die Freigeist Community wächst und ich mache gerne Platz für inspirierende Menschen, die ihre Geschichte in die Welt tragen möchten. Wie dankbar ich heute bin, dass ich vor fünf Jahren meinen Eigenverlag gegründet habe! Es war eine stressige Zeit, aber heute ernte ich die Früchte meiner Mühen. Es macht mir Freude, nicht nur als Autor, sondern auch als Manager und Unternehmer zu agieren.

Ich bin dankbar, finanziellen Frieden erlangt zu haben. Geld ist immer da. Nicht weil ich ihm entgegenstrebe, sondern weil es Menschen folgt, die anderen Menschen Werte liefern. Ich bin dankbar, über die Jahre durch verschiedene Retreats, Konferenzen und Workshops weiter gewachsen zu sein. Dieses Wissen gebe ich in der unterhaltsamsten und leichtesten Form weiter. Mir ist es weiterhin wichtig, Frieden zu fördern: Inneren und Äußeren. Zudem helfen wir mehr Kids und Jugendliche, spielerisch ihre Denkweisen zu hinterfragen und zu ändern. Mich erfüllt es Kinder zu bestärken und zu befähigen. Wer weiß, welche großartige Persönlichkeiten durch unsere Hilfe heranwachsen.

Meine Liebe zum Schreiben ist ungetrübt. Es ist meine Pause, meine Quelle der Freude und ich habe meine innere Stimme bewahrt. Obwohl es viele Fallen gibt: In Form von kurzfristigen Versprechen bin ich meinen Weg weiter gegangen. Ich folge meinem Leitstern und lebe im tiefen Vertrauen. Meine Bindung zur Natur und Stille pflege ich täglich. Wir genießen Wanderungen, Polarlichter und kanadische Seen. Apropos wir: Ich bin glücklich vergeben. An ein Mädchen, das strahlt und ihr Glück gefunden hat. Wir lachen viel und sie mag meinen manchmal nerdigen, sarkastischen und verrückten Humor. Wir laden gerne Freunde zum Essen ein und pflegen einen großen, bestärkenden Freundeskreis. Es ist unmöglich, von einer Partnerin alles zu verlangen, aber sie ist eine tolle Mischung zwischen bestem „Freund“ und Geliebter. Bei ihr fiel es mir am schwersten, dies alles anzunehmen. Zu akzeptieren und mir zu erlauben, was für ein Glück ich erfahren darf. Manchmal macht es mir Angst, so viel Freude mit einer Person zu assoziieren. Aber dies habe ich über die letzten fünf Jahre gelernt: Anzunehmen. Diese unbeschreibliche Fülle des Lebens anzunehmen.

Wir reisen gerne und haben das Ritual, jedes Jahr am 6.1 ins Flugzeug zu steigen und für mindestens einen Monat der Kälte zu entfliehen. Es ist unsere Auszeit, um persönlich zu wachsen. Wir lernen neue Kulturen und Denkweisen kennen. Spannende Menschen, atemberaubende Natur und manche Abenteuer. Und Kiten nicht vergessen!

Es ist schön, dies mit jemandem zu teilen. Und mit jemandem meine ich meine Leser, denen ich neue Erfahrungen nahe bringen kann. Wir wachsen durch Bücher und ich bin dankbar, Geschichten zu schreiben, die berühren und inspirieren. Mein Roman wird verfilmt und es freut mich,auch andere Menschen anzusprechen, die wenig mit Spiritualität und Persönlichkeitsentwicklung zu tun haben.

Insgesamt kann ich sagen, ein reiches Leben zu führen. Und angefangen hat es mit der verrückten Entscheidung, allein meiner Begeisterung und der Fülle zu folgen…“

Ein paar Worte zu dem Prozess. Eventuell wirst du erstaunt sein, wie präzise er ist. Ich habe mich noch zurück gehalten, weil es sonst zu umfangreich wird. Ich kann dir die Holzfliesen meines zukünftigen Balkons beschreiben. So oft bin ich schon auf diesem gelaufen…

Visionen sind weit mehr als „nur“ Phantasien. Es ist ein Hineinleben in eine Version deines Lebens, das bereits existiert. Diese Erfahrungen rufen nach dir, wie du nach ihnen. Dabei ist es eine Möglichkeit von Milliarden. Eventuell verfasse ich nächstes Jahr eine komplett neue Vision. Bis dahin leiten mich diese Bilder. Dann wird einfach Stück für Stück aktualisiert. Immer näher meinen wahren Bedürfnissen und Wünschen.

Vielleicht lande ich in den nächsten Jahren in Indien und werde Mönch. Who knows? Aber für heute ist diese Phantasie meine Orientierung.

Von all diesen Dingen erwarte ich kein Glück. Vielmehr ist Glück ein Treibstoff für meine Handlungen, die für diesen Weg nötig sind. Ich erwarte auch keine Liebe, weil Liebe die unwiderstehliche Anziehung ist, die Partner erst zusammenbringt. Ich erwarte auch kein Gefühl des Reichtums, wenn ich auf dem Balkon stehe und die Bergspitzen sehe, weil das Gefühl der Fülle erst dies ermöglicht.

Den Text habe ich mit Leichtigkeit hinunter geschrieben. Warum? Weil meine Gedanken die meiste Zeit über solche und ähnliche Visionen kreisen. Wenn du so eine lebendige Vision hast, dann bleibt kein Platz mehr für Sorgen und Grübelei.

Noch eine Sache: Ist dir aufgefallen, dass ich bei meiner Vision manchmal die Vergangenheitsform gewählt habe? Dies ist unglaublich machtvoll, weil dadurch überhaupt kein Graben zwischen Jetzt und Zukunft entsteht. Es ist einfach eine logische Konsequenz meines Wachstums-Prozesses. Kein Lottogewinn, kein himmlisches Erbarmen, sondern inneres Wachstum – und damit äußeres Wachstum. Näheres beschreibe ich in meinem Buch „Freigeister leben leichter“.

PS. Hier geht es zu meinem Webinar, wie du herausfinden kannst, was du wirklich willst und welche drei limitierenden Glaubenssätze dich bremsen. Sehr unterhaltsames Webinar!


Titel: Wer bist du in fünf Jahren

Urheber: Fabian Freigeist/Ries

Bilder: ©Latterdaymommy

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