Du möchtest die Geschichte lieber vorgelesen bekommen? Die Gute Nacht Geschichte als Audio gibt es am Ende von dem Text. Zudem erkläre ich dir, wie du die Lektion der Geschichte in dein Alltag einbauen kannst, sodass in ein paar Jahren dein Leben abhebt.

Die Geschichte handelt von der kleinen Annika. Sie zittert, wenn Mama und Papa ihr Kinderzimmer verlassen. Denn Geister wüten in ihrem Kleiderschrank, Hexen kichern in der Dunkelheit und Monster lauern unter ihrem Bett.

Annika zieht ihre Kuscheldecke bis unters Kinn, drückt ihren Teddy fest an sich und kneift ihre Augen zusammen. Es hilft alles nichts. Sie flüchtet Nacht für Nacht in das sichere Nest ihrer Eltern.

Ich kann Annika sehr gut verstehen.

Was würdest du als Elternteil sagen, damit sie sich nicht mehr ängstigt? Würdest du versuchen ihr zu erklären, dass es Geister nicht gibt? Annika würde protestieren. Sie existieren sehr wohl! Sie kann sie hören. Ja, sogar spüren.

Annikas Mutter hat eine Idee.

Sie stellt einen kleinen, grün-scheinenden Mond in das Kinderzimmer und erklärt ihrer Tochter folgendes: „Wusstest du, dass Geister Angst vor grünem Licht haben?” Annika schaut ihre Mutter mit großen Augen an. “Geister haben auch Angst?” fragt sie. “Ja, und sie können dir nichts anhaben, wenn der grüne Mond für dich leuchtet.”

(wenn es doch so einfach wäre… warte ab ;))

Jedes Mal, wenn nun Annika wieder ein Kichern hört oder es draußen blitzt und stürmt, schaut sie zu dem Mond. Sie glaubt an ihn. Stellt sich vor, dass sein grünes Licht sie ganz einhüllt. Vertraut auf die Weisheit und Liebe ihrer Mutter und schließt beruhigt die Augen.

Jedoch geht die Geschichte weiter…

Geister vor denen sich Erwachsene fürchten

Annika wächst heran. Irgendwann braucht sie das grüne Licht nicht mehr. Die Vorstellung von Hexen und Monstern ist nun ulkig.

Jedoch… erscheinen ganz andere Geister in Annikas Leben.

Die Sorge, nicht den Richtigen zu finden. Die Sorge, dass das Geld für die Mieterhöhung nicht reicht. Die Befürchtung, dass sie nie mehr in ihre Lieblingsjeans passen wird…

Kommen dir diese Gespenster bekannt vor?

Auch dreißig Jahre später kann sie abermals wegen Geistern nicht einschlafen. Sie wendet sich wieder an ihre Mutter.

“Weißt du Mama, ich wälze mich manchmal stundenlang im Bett herum. Die Sorgen wollen einfach nicht verschwinden.”

„Meine Kleine, kannst du dich noch an den grünen Mond erinnern, der alle deine Geister verscheuchte?“

„Ja. Was meinst du damit? Ein Plastiklicht wird ja wohl kaum die Lösung für meine Sorgen sein. Diese sind nämlich real!“

Da muss die Mutter erstmal herzlich lachen.

„Sorgen sind wie Gespenster. Wenn du nicht an sie glaubst, können sie dir nicht schaden. Denn Sorgen oder Ängste haben nur eine Macht: Sie halten dich davon ab, dich auf jenes zu konzentrieren, was du möchtest.

Deine Aufmerksamkeit ist wie der Scheinwerfer eines Leuchtturms. Wenn er auf auf dem ruht, was du möchtest, kann er nicht bei deinen Sorgen sein.“

Die Mutter kichert vergnügt und will aufstehen. Für sie ist alles gesagt.

Sorgen kann man nicht bekämpfen

“Aber Mama, wenn ich nicht meine Sorgen löse, dann bleiben sie doch! Ich muss doch über sie nachdenken.”

“Haben wir uns früher mit deinen Geistern beschäftigt? Wurde dein Kleiderschrank abgebaut, die Füße deines Kinderbetts gestutzt oder die Ghostbuster gerufen?

Nein, wir haben deine Geister nicht bekämpft, weil es sie nicht gibt. Nur deine Aufmerksamkeit hat ihnen Leben eingehaucht. Genauso existieren deine Sorgen nur in deinem Kopf. Wenn du sie versuchst zu lösen oder zu bekämpfen, bleiben sie am Leben.”

Annika denkt über die Worte ihrer Mutter nach. Wenn dies ihr ein Fremder gesagt hätte, dann hätte sie ihn als Realitätsflüchtling abgestempelt. Jedoch hat sie ihre Mutter zu oft beobachtet, wie sie bei jeglichen Herausforderungen ihr Lächeln behalten hat. Sie hatte dabei nie das Gefühl, dass sie etwas überdecken würde.

Erst jetzt, nachdem sie selber die Irrwege und Auf- und Abs des Lebens kennt, schätzt sie dies an ihrer Mutter noch mehr.

“O.K.” sagt Annika. “Ich gebe dem ein Versuch. Aber an den Schutz des grünen Mondes glaube ich nicht mehr. Tut mir Leid.”

Daraufhin antwortet die Mutter. “Du hast etwas viel, viel besseres. Es sind deine Wünsche und Träume. Lenke dein Scheinwerferlicht auf die Orte, die du sehen, die Menschen mit denen du lachen und die Erfolge die du feiern möchtest.

Ich verspreche dir, dass auch diese Bilder Tag für Tag lebendiger werden.”

Wir alle stehen täglich unzählige Male vor der Wahl: Entweder lenken wir unsere Aufmerksamkeit auf unsere Sorgen oder auf unsere Träume.

Unser Leben wird sich an dieser Entscheidung orientieren.

Diese und weitere Geschichten gibt es in meinem neuen Buch „Wie du dein Denken zum besten Freund machst“. Exklusive Inspiration findest du in meinem Newsletter für Freunde und Freigeister.

Wie du die Lektion der Geschichte in deinen Alltag einbauen kannst

Du möchtest negative Gewohnheiten ändern? Z. B. der tägliche Griff zum Schokoriegel, die weitere Tasse Kaffee, stundenlanges Fernsehen vor dem Schlafengehen oder rauchen?

Diese Kleinigkeiten haben über die Jahre einen riesigen negativen Effekt auf dein Leben. Eines Tages schaust du in den Spiegel und denkst dir: „Wie konnte das passieren?“. Der gleiche Effekt geht auch in die andere Richtung. Ein paar kleine Änderungen, die über die Jahre wiederholt ausgeführt werden, verändern dein Leben. Bis dich Freunde, Nachbarn und Bekannte nicht mehr wieder erkennen.

Dies ist jedoch unmöglich, wenn du versuchst negative Gewohnheiten zu bekämpfen. Dadurch verstärken wir die Schaltkreise im Gehirn, die dich jene Gewohnheiten ausführen lassen. Richtig, ich schreibe von ausführen lassen. Wenn wir die Trigger durch alternative Trigger ersetzen können, dann haben wir die Chance neue Schaltkreise zu bilden.

Wenn du ein leckeres und gesundes Früchtemüsli in der Früh vorbereitest, hast du eine Chance das Nutellatoast beiseite zu legen. Sobald du täglich dein Müsli isst, assoziierst du bald „Frühstück“ mit „gesundes Müsli“. Du läufst an den Nutellatürmen im Supermarkt vorbei, weil du dafür keinen Nutzen mehr assoziierst.

Eine gesunde Ernährung ist sehr einfach. Versuche einfach Stück für Stück gesundheitsschädliche Produkte (wenn auf der Inhaltsbeschreibung Begriffe auftauchen, die kaum auszusprechen sind) durch Lebensmittel zu tauschen, die deine Urgroßmutter kennen würde.

Ein anderes Beispiel: Hattest du mal so Angst davor, dass dein Partner dich verlassen könnte? Du fängst an neutrale Handlungen deines Partners zu hinterfragen. Wirst zum Privatdetektiv. Fürchtest, dass jede Nachricht die er tippt an seine Geliebte geht. Und schon gräbst du eine tiefe Schlucht zwischen euch beiden. Er wird gereizter, weil du ihm nicht vertraust. Wendet sich von dir ab und schon erfüllt sich deine Prophezeiung.

Neale Donald Walsch schreibt in seinem Buch „Gespräche mit Gott“, dass es bei jeder Entscheidung nur eine Wahl gibt: Entscheidest du dich für die Liebe oder für die Angst? Dies kannst du in allen deinen Lebensbereichen ausweiten. Z. B. auch in deinem Job.

Angst zu bekämpfen ist dabei unmöglich. Es ist wie die Dunkelheit. Du kannst sie nicht verletzen, wenn du um dich trittst. Das einzige was passiert ist, dass du dich verausgabst. Mach nicht den Fehler, dich ausgiebig mit deinen Schwächen, Sorgen und Ängsten zu beschäftigen und dabei deine Träume zu vergessen…

Dein

fabian freigeist

 

 

 

Derweil im Paralleluniversum 😄

 

 

 

 

 

 

 

 

Titel: „Gute Nacht Geschichte für Erwachsene – DER Einschlaftipp bei Sorgen“

Autor und Copyright: Fabian Ries

Datum: 27.Mai 2016

Titelbild ©Rhiain Bower

Diese Geschichte darf ohne Zustimmung nicht kopiert und veröffentlicht werden.